Die krisenhafte Gegenwart ruft in vielen Menschen dystopische Zukunftsängste hervor. Weltuntergangsfantasien als archaische Ängste vor dem Zusammenbruch, vor dem Ende aller existenziellen Verbindungen, überschatten die Suche nach gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit. In ihrem Gedankenexperiment fragt Vera Kattermann, ob wir aktuelle gesellschaftspolitische Kontroversen besser verstehen, wenn wir uns als Passagiere an Bord der Titanic sehen – Passagiere, die aufgefordert sind, drohende Gefahren abzuwenden, die Abläufe an Bord neu zu regeln, und trotz Krisengefühlen Transformation zu wagen. Sie entwirft eine neue Form der gemeinschaftlichen Zukunfts- und Hoffnungsarbeit, die nach dem Möglichen fragt und sich kritisch den bewussten und unbewussten Hindernissen stellt. Denn auch für düstere Szenarien gibt es ein Danach, eine dann neu zu gestaltende Welt.
Inhalt
1 Einführung 7
1.1 Auf der Suche nach Zukunftskompetenzen 11
1.2 Über den gegenwärtigen Zukunftsverlust 13
1.3 Zukunftsüberforderung oder Zukunftsarbeit? 15
1.4 Fragen und Themen: Der rote Faden dieses Buches 17
2 Aus dem Ruder gelaufen:
Überleben an Bord der Titanic? 19
2.1 Die Menschheit an Bord der Titanic 20
2.2 Im Untergang: Bedrohungsreaktionen 21
2.3 Umbau bei voller Fahrt? 25
3 Der letzte Mensch:
Wovon Endzeitszenarien erzählen 29
3.1 Frühe Mythen und Kinofilme:
Szenarien einer bedrohten Welt 29
3.2 Das soziale Katastrophische 31
3.3 Solidarität und Verlustaversion 32
3.4 Wenn die anderen zu Feinden werden 36
3.5 »Analphabeten der Angst« 38
4 Zukunft zwischen Angst und Hoffnung 43
4.1 An die eigene Sterblichkeit glauben? 43
4.2 Menschheit vor dem Kollaps 47
4.3 Umgehen mit Bedrohung und Verlust 48
4.4 Paradoxien der Hoffnung 50
4.5 Hoffnung und Resilienz-Kritik 56
4.6 Eine »Resilienzrevolution«? 61
5 Hoffnungskonflikte:
Gesellschaft im Widerspruch 63
5.1 Womit das »Prinzip Hoffnung« kollidierte 64
5.2 Gesellschaftliche Anti-Gruppen 66
5.3 Die Torheit der Mächtigen 74
5.4 Hoffnung und Macht:
Über die »gesellschaftliche Produktion
von Unbewusstheit« 81
6 Zukunftsarbeit in der Krise 89
6.1 Die radikale Hoffnung einer Meise 91
6.2 Veränderung als Katastrophe 94
6.3 Unter dem Zeltdach der Angst 96
6.4 Gescheiterte Abhängigkeit
und Führungssehnsucht 100
6.5 Krisengesellschaft und epistemische Explosion 107
7 Gesellschaft in Metamorphose 113
7.1 Von der Apokalypse zur Post-Apokalypse 113
7.2 Die Metamorphose der Welt 118
7.3 Was für die Raupe das Ende der Welt … 127
8 Aufbrüche in die Zukunft 133
8.1 Lust an der Zerstörung 134
8.2 Lost in transformation? 137
8.3 Gemeinsam hoffen 140
8.4 Vom Kathedralen-Denken
zum Arche-Noah-Denken 143
8.5 Auf dem Sonnendeck der Titanic 146
Literatur 149
Danksagung 159