Emotionen und Motivation sind allgegenwärtige Kräfte, die unser Denken, Fühlen und Handeln steuern. Sie beeinflussen unsere Wahrnehmung, unser Verhalten und unsere Entscheidungen - oft unbewusst, aber mit weitreichenden Konsequenzen. Freude, Angst, Wut oder Trauer - Emotionen bestimmen unser Erleben und sind eng mit physiologischen Prozessen sowie unserem Ausdrucksverhalten verknüpft. Gleichzeitig treibt uns Motivation dazu an, Ziele zu verfolgen, Herausforderungen zu meistern und unser Verhalten an individuelle Bedürfnisse oder äußere Anreize anzupassen.
Dieses Lehrbuch vermittelt fundiertes Wissen über die Entstehung, Funktion und Auswirkungen von Emotionen und Motivation. Es gibt einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Theorien und Modelle und zeigt, wie Emotionen und Motivation das tägliche Leben, soziale Interaktionen und sogar unsere Gesundheit beeinflussen.
Zentrale Themen des Buches:
- Historische Entwicklung der Emotions- und Motivationsforschung
- Methoden zur Messung und experimentellen Induktion von Emotionen
- Neuropsychologische Grundlagen: Wie entstehen Emotionen und Motivation im Gehirn?
- Auswirkungen auf Verhalten, Kognition und Gesundheit
- Unterschiedliche Motivationsformen: Annäherungs- und Vermeidungsmotivation, intrinsische vs. extrinsische Motivation
- Die Rolle von Persönlichkeit und individuellen Motiven wie Macht-, Anschluss- oder Leistungsmotivation
- Selbstregulation und Selbstkontrolle: Warum scheitern wir an Vorsätzen - und wie können wir sie erfolgreich umsetzen?
Das Buch verbindet wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse mit praxisnahen Anwendungsaspekten, etwa der Rolle von Emotionen in der digitalen Welt oder dem Einsatz künstlicher Intelligenz zur Emotionserkennung. Anschauliche Beispiele, empirische Studien und aktuelle Forschungsergebnisse machen es zu einem wertvollen Begleiter für Studierende der Psychologie sowie für alle, die sich für die faszinierende Verbindung zwischen Emotion, Motivation und menschlichem Verhalten interessieren.
Inhalt
Vorwort zur 3. Auflage ....................................................................... 9
1 Das Konzept der Emotion........................................................... 11
1.1 Historische Entwicklung der Emotionspsychologie ........................ 11
1.2 Definitionen...................................................................... 18
1.3 Vielfalt der Emotionen......................................................... 34
1.4 Beziehung zu verwandten Konstrukten ...................................... 40
1.5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen ................................. 44
2 Forschungsmethoden.................................................................. 46
2.1 Messung von Emotionen ...................................................... 47
2.1.1 Emotionales Erleben .................................................. 47
2.1.2 »Ausdruckserscheinungen« ........................................... 70
2.1.3 Physiologische Veränderungen....................................... 103
2.2 Induktionsmethoden im Labor ............................................... 119
2.2.1 Anforderungen an Induktionsmethoden ........................... 119
2.2.2 Metaanalysen zu Methoden der Emotionsinduktion ............. 120
2.2.3 Einzelne Induktionsmethoden ....................................... 123
2.2.4 Spezielle Verfahren für Kleinkinder ................................ 131
2.2.5 Abschließende Bewertung der Induktionsmethoden ............. 131
2.3 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen ................................. 132
3 Entstehung von Emotionen ......................................................... 135
3.1 Behaviorale Ansätze: Angeborene Reaktionsbereitschaft ................... 136
3.2 Kognitive Ansätze ............................................................... 141
3.2.1 Bewertung des auslösenden Ereignisses ............................ 141
3.2.2 Wahrnehmung und Bewertung der eigenen Reaktion ........... 154
3.2.3 Willentliche Emotionsregulation .................................... 173
3.3 Persönlichkeit als Moderator und Mediator................................. 179
3.3.1 Dispositionen für bestimmte Emotionen .......................... 180
3.3.2 Disposition für negative Emotionen: Neurotizismus oder
»negative Affektivität«................................................. 180
3.3.3 Disposition für positive Emotionen: Extraversion ................ 181
3.3.4 Potenzielle Wirkungsmechanismen ................................. 182
3.4 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen ................................. 186
4 Emotion und Gehirn ................................................................. 189
4.1 Neuropsychologie der Emotionen ............................................ 189
4.2 Evolutionsbiologie............................................................... 192
4.3 Neurale Netzwerke emotionaler Teilfunktionen ............................ 195
4.3.1 Organismische Adaptation und Selbstregulation.................. 195
4.3.2 Emotionale Evaluations- und Bewertungsfunktionen ............ 202
4.3.3 Emotionen und Handlungskontrolle ............................... 212
4.3.4 Erlebte Gefühle ........................................................ 213
4.3.5 Kommunikation von Emotionen ................................... 214
4.4 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen ................................. 215
5 Auswirkungen von Emotionen ..................................................... 220
5.1 Behaviorale Effekte.............................................................. 221
5.1.1 Prosoziales Verhalten.................................................. 221
5.1.2 Aggressives Verhalten ................................................. 224
5.1.3 Entscheidungsverhalten und Einschätzen von Risiken ........... 227
5.2 Kognitive Effekte ................................................................ 235
5.2.1 Wahrnehmung und Aufmerksamkeit............................... 235
5.2.2 Beurteilung der eigenen Person und der Umwelt................ 247
5.2.3 Gedächtnis.............................................................. 251
5.2.4 Problemlösen........................................................... 260
5.3 Gesundheitseffekte .............................................................. 265
5.3.1 Zusammenhang zwischen Emotionen und Gesundheit ......... 266
5.3.2 Erklärungsversuche für einen kausalen Effekt von Emotionen
auf Gesundheit......................................................... 273
5.4 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen ................................. 275
6 Das Konzept der Motivation ........................................................ 280
6.1 Was ist Motivation? ............................................................. 281
6.2 Das Fach Motivationspsychologie ............................................. 282
6.3 Historische Entwicklung der Motivationspsychologie...................... 283
6.3.1 Triebe in Sigmund Freuds Psychoanalyse.......................... 284
6.3.2 Die Triebtheorie Clark L. Hulls..................................... 286
6.3.3 Lewins Feldtheorie .................................................... 288
6.3.4 Murrays Eigenschaftstheorie.......................................... 291
6.4 Zentrale Annahmen der Motivationspsychologie ........................... 293
6.4.1 Motivation entsteht aus dem Zusammenspiel von Person und
Situation ................................................................ 294
6.4.2 Die ursprüngliche Funktion von Motivation »dient« der
evolutionären Fitness.................................................. 295
6.4.3 Motive sind eng mit affektiven Prozessen verbunden ........... 295
6.4.4 Organismen nähern sich positiven Anreizen an und vermeiden
negative Anreize ....................................................... 296
6.4.5 Erwartung und Wert sind zentrale Determinanten von
Motivation.............................................................. 296
6.4.6 Motivation hat bewusste und unbewusste Ursachen ............. 297
6.4.7 Motivation hat Auswirkungen auf Wahrnehmung,
Aufmerksamkeit und Gedächtnis ................................... 297
6.4.8 Motivation und Volition sind voneinander trennbare
Prozesse ................................................................. 298
7 Neuropsychologie der Motivation.................................................. 299
7.1 Neurowissenschaftliche Motivationsforschung............................... 299
7.2 Topographie der Motivationssysteme ......................................... 300
7.3 Ventrale Motivationssysteme ................................................... 302
7.4 Dorsale Motivationssysteme.................................................... 304
7.4.1 Anterior-cinguläre Funktionsschleife ................................ 304
7.4.2 Orbital-präfrontale Funktionsschleife ............................... 307
7.4.3 Dorsolaterale Funktionsschleife ...................................... 309
7.5 Integration motivationaler Tendenzen........................................ 310
7.5.1 Hypothalamisch-mesencephale Integration......................... 310
7.5.2 Integration durch primäre Emotionssysteme ...................... 311
7.5.3 Limbisch-hypothalamische Integration ............................. 311
7.5.4 Integration ventraler und dorsaler Motivationssysteme .......... 313
7.5.5 Beiträge der Hirnhemisphären....................................... 315
8 Die Vielfalt der Motive und Motivationen....................................... 318
8.1 Die Selbstbestimmungstheorie und einige ihrer Untertheorien .......... 319
8.1.1 Theorie der Basisbedürfnisse ......................................... 319
8.1.2 Theorie der organismischen Integration: intrinsische und
extrinsische Motivation ............................................... 321
8.1.3 Kognitive Bewertungstheorie ........................................ 324
8.2 Motive ............................................................................ 325
8.2.1 Leistungsmotivation................................................... 327
8.2.2 Machtmotivation ...................................................... 335
8.2.3 Anschlussmotivation .................................................. 339
8.2.4 Messung von Motiven ................................................ 341
8.3 Exkurs: Interesse................................................................. 344
8.4 Implizite und explizite Motive ................................................ 347
9 Selbstregulation ........................................................................ 352
9.1 Kontrolltheorie .................................................................. 353
9.2 Ziele .............................................................................. 355
9.2.1 Die kognitive Repräsentation von Zielen .......................... 357
9.2.2 Zielsystemtheorie ...................................................... 358
9.2.3 Zieldimensionen....................................................... 360
9.2.4 Zielsetzungstheorie von Locke und Latham....................... 364
9.2.5 Anstrengung............................................................ 365
9.2.6 Rubikon-Modell der Handlungsphasen............................. 369
9.2.7 Handlungspläne........................................................ 371
9.2.8 Zielbezogene Motivation über die Zeit ............................ 372
9.2.9 Zielablösung ........................................................... 374
9.2.10 Die Entwicklung von Zielen im Erwachsenenalter. .............. 375
9.3 Selbstkontrolle ................................................................... 376
9.3.1 … als Fähigkeit oder Persönlichkeitseigenschaft .................. 376
9.3.2 … als limitierte Ressource: ein veraltetes Modell................. 377
9.3.3 … als strategische Prozesse........................................... 380
9.3.4 Die Macht guter Gewohnheiten .................................... 383
9.3.5 Selbstkontrolle und Wohlbefinden.................................. 383
Literatur ......................................................................................... 385
Stichwortverzeichnis .......................................................................... 425