Hat es die Tante Jolesch, den Neffen Franzl und die Lieblingsnichte Louise wirklich gegeben? Und wer war Hugo Sperber? Robert Sedlaczek begibt sich gemeinsam mit Wolfgang Mayr auf eine Spurensuche zu den Figuren aus Torbergs berühmtem Buch und ihrem realen Hintergrund.
Ihre Recherche geht aus von der Figur des berühmten Rechtsanwalts Hugo Sperber, der Bruno Kreisky beinahe im "Sozialistenprozess" verteidigt hätte. In der Folge stoßen die Autoren auf überraschende Querverbindungen von Mitgliedern der Familie Jolesch zu bekannten Persönlichkeiten, aber auch auf neue und interessante Facetten aus dem Leben Torbergs und Kreiskys. Schließlich finden sie auch eine mögliche Antwort auf die Frage: Wer war die Tante Jolesch wirklich? Sie zeigen außerdem, wie Friedrich Torberg Material für sein Buch gesammelt hat, und erzählen vergessene Anekdoten aus der Welt der Tante Jolesch. (Verlagstext)
AUS DEM INHALT:
I n h a l t
7 Der Zufall ist der größte nicht kalkulierbare Faktor
11 Der Mann mit dem Franz-Hals-Gesicht
15 Hanni Forester: Ich habe als Kind Hugo Sperber gekannt
18 Die wilde Zeit nach dem Untergang der Monarchie
23 Räuber, Mörder, Kindsverderber, gehen nur zu Dr. Sperber
25 Wer war die Tante Jolesch?
29 Ein falscher Grabstein auf Sperbers Grab
33 Georg Gaugusch recherchiert "Wer einmal war"
37 Spurensuche im "Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes"
38 Eine Taxifahrt zur Tante Jolesch und zum Rechtsanwalt Dr. Hugo Sperber
43 Der Mann ohne Eigenschaften versus Nachts unter der steinernen Brücke
47 Gisela Salacz emigriert nach Budapest
51 Sperber in Polizeihaft - das Protokoll der Einvernahme
58 "Der Neffe Franzi" - Gastgeber Torbergs in Wiese bei Iglau
67 Sperber ergänzt seine Aussage und wird freigelassen
70 Warum Kreisky von Hugo Sperber nicht verteidigt werden wollte
71 Victor von Kahler nimmt den Dienst an der Tante Jolesch ernst
79 Sperber als Parteianwalt in politischen Prozessen
81 Die Ehefrau "des Neffen Franzi" als Vorlage für Brechts Jüdische Frau
84 Ein politischer Prozess wird zur Anekdote
89 Franz Hajek versorgt Torberg mit Pointen für Jolesch-Anekdoten
90 Kreisky, Torberg und Sperber hören Vorträge von Alfred Adler
102 Justinian Frisch sammelt Sperberiana für Anekdoteies
119 Sperber war die Karikatur eines Soldaten
122 Torberg korrespondiert mit der geschiedenen Frau von Franz Jolesch
130 Torberg analysierte 1943 für das FBI Brechts Lehrstück Die Maßnahme
139 Verarmt, aber noch immer ein Anekdotenlieferant
145 Torberg antizipiert Einwände gegen sein Buch
150 Franz Jolesch übersiedelt nach Chile
154 Auch Kreisky erzählt eine Sperber-Anekdote
155 Wie viele Fehler darf ein Anekdoteies machen?
163 Kreisky am offenen Grab Torbergs - in einer "geistigen Grundhaltung" tief verbunden
165 Zwei bisher unveröffentlichte Franzi-Anekdoten
167 Anekdoten als Waffe
174 Die Firmengeschichte von "Samuel Jolesch & Söhne"
178 Damals war Kaffeehaus noch überall
182 Julius Jolesch macht Karriere bei Isidor Mautner
194 Mit Hugo Sperber am Kartentisch
199 Man blödelte noch auf Lateinisch und Griechisch
204 Wer ist das Missing Link zwischen Sperber und Jolesch?
208 Ein "Shakespeare'scher Narr" steht jetzt oben, um sie anzuklagen
215 Die Schicksaljahre haben keine heiteren Seiten
217 Die hundert Jahre alte Turbine läuft und läuft und läuft
229 Auf den Spuren Sperbers und der Familie Jolesch in Wien
237 Torbergs Zuhörer sind "eine Art Versuchskaninchen" für die Wirkung der Anekdoten
239 Hat die Tante Jolesch wirklich gelebt?
258 Der tiefere Sinn einer Geschichte
260 Die Genealogie der Familie Jolesch und der Familie Sgalitzer/Sommer/Sperber
280 Anmerkungen
283 Editorische Notiz
284 Literaturverzeichnis (Auswahl)
288 Abbildungsverzeichnis
289 Personenregister